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Kein Flash auf Apples neuem iPad  

Internet-Software: Kaum hat sich der Wirbel um Apples Neuvorstellung des iPad gelegt, da zeichnen sich die ersten Misstöne ab. So gibt es offensichtlich einen Streit zwischen Apple und Adobe um den Macromedia-Flash-Player, der auf dem iPad fehlt. Ohne Flash aber ist der Weg zu den meisten Webvideos versperrt. VDI nachrichten, Düsseldorf, 5. 2. 10, jdb

Apple zeigt in seinem Werbe- und Promotionsmaterial für den iPod Touch und jetzt auch für das neue iPad eine Reihe von Flash-Animationen, doch dabei soll es sich Experte zufolge um getürkte Darstellungen handeln.

Dass das neue iPad über kein Flash verfügt, war bei der Präsentation der Webseite der New York Times unübersehbar. An der Stelle des Flash-Werbebanners gab es nur das bekannte Icon, dass kein Flash installiert sei. Auch in den offiziellen Apple-Angaben gibt es keinen Hinweis auf eine Unterstützung von Adobes Flash.

Inzwischen hat Adobe dazu Stellung bezogen und die potenziellen iPad-Käufer vor möglichen Enttäuschungen gewarnt: "Apples Anstrengungen, den Usern einen besseren Webgenuss zu vermitteln, sind äußerst unvollkommen, denn es fehlt die Möglichkeit zum Abspielen von Flash-Content", heißt es auf der Adobe-Webseite. Daher können auf einem iPad 70 % aller Internetspiele und 75 % aller Webvideos nicht dargestellt werden. Viele Webseiten-Intros basieren auf Flash-Techniken.

In Atlanta wurde bereits ein Antrag auf eine Sammelklage gegen Apple gestellt, da die Apple-Werbung irreführend sei. Der US-Kommunikationsbehörde FCC sei die Klageschrift bereits mit der Aufforderung zur Stellungnahme zugegangen. "Apple betreibt diese irreführende Werbung vorsätzlich sie wissen ganz genau, dass kein Flash-Content abgespielt werden kann", heißt es in der Klageschrift, die von einer Gruppe an Grafikdesignern angestrengt wurde.

Apple hat sich bislang nicht zu den jüngsten Vorwürfen geäußert. Bei früheren Beschwerden im Hinblick auf das Fehlen von Flash beim iPod Touch und dem iPhone hieß es stets nur allgemein, dass Flash sehr langsam sei und zu viel Hauptspeicher benötige.

Die Flash-Entwickler glauben jedoch an einen anderen Grund. So lassen sich mit Flash beliebige Anwendungen erstellen, die als Rich-Content auf den Apple-Geräten lauffähig wären. Damit aber wäre Apples App-Store-Monopol gebrochen.

Ein iPad ohne Flash-Unterstützung bedeutet aber erhebliche Nutzungseinschränkungen. Nicht nur, dass damit die User den größten Teil der Webvideos nicht anschauen können - wesentlich schwerwiegender ist die Tatsache, dass damit auch die Onlinewerbung als Teil von Magazinen und Zeitungen nicht dargestellt werden kann, so wie es bei der Präsentation des iPads von Steve Jobs zu sehen war. Das aber macht es den Verlagen schwer, in das iPad als neue Publishing-Plattform zu investieren.

HARALD WEISS

www.adobe.com

www.apple.com

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